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Berlin 19:59 - Tehran 21:29 - Los Angeles 10:59 Donnerstag, 11.03.2010
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ATOMSTREIT
In Iran wächst die Kritik an Ahmadinejad
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Iran hat nach Angaben von Diplomaten bestimmte Mitglieder der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zur Besichtigung seiner Atomanlagen eingeladen. Die Besichtigungen sollen in der ersten Februarwoche stattfinden. Teheran wolle damit Offenheit in Bezug auf sein Atomprogramm zeigen.

(Michael Wrase/Limassol)

In Iran wird die Kritik an Präsident Ahmadinejad und dessen provokativem Kurs in der Atom- und Aussenpolitik immer härter. Ahmadinejad war in der Nacht auf gestern aus Lateinamerika zurückgekehrt, wo er mit Venezuelas Präsident Hugo Chavez diverse Abkommen abgeschlossen hatte. Die ebenfalls links regierten Länder Nicaragua und Ecuador sollen zudem Nutzniesser eines gemeinsam mit Chavez gegründeten «Fond für die Unterstützung armer Länder» werden.


Protest aus dem Parlament

Der Applaus hierfür blieb indes aus. Stattdessen wurde Ahmadinejad aufgefordert, in den kommenden Tagen zu erklären, warum er iranisches Vermögen im Ausland «verschleudere». Es gehe nicht an, dass der Präsident in der «Weltgeschichte herumreise» und in der Heimat nicht einmal seine Hausaufgaben mache. In Iran lebt – trotz Milliardengewinnen aus der Ölförderung – fast die Hälfte der Bevölkerung am Rande der Armutsgrenze.

Noch immer liege der Haushaltsplan für das kommende Jahr nicht vor, schimpfte Mohammed Khosh-Shereb. Der iranische Parlamentarier gehört zu 150 Unterzeichnern eines Protestbriefes, in dem die Abgeordneten Ahmadinejad vorwerfen, in der Bekämpfung von Inflation und Arbeitslosigkeit versagt zu haben.

Auch dass die UNO im Atomstreit mit Teheran Sanktionen verhängt, sei auf die falsche Politik des Präsidenten zurückzuführen, behaupteten die Abgeordneten, die ihren geharnischten Brief mit dem ausdrücklichen Einverständnis von Revolutionsführer Ali Chamenei veröffentlicht haben sollen.


«Letzter Ratschlag des Volkes»

Das geistliche Oberhaupt habe sich von seinem einstigen Schützling «inzwischen distanziert», heisst es in Teheran. Als Beleg für diese These wird die Anfang des Jahres in der islamistischen Zeitung «Jomhuri Islami» veröffentlichte Fundamentalkritik an Ahmadinejads Atompolitik angeführt. «Als Präsident können Sie nicht an einem Tag die Installation von 3000 und wenige Tage später die Installation von 60 000 Uran-Zentrifugen ankündigen», rügt das Blatt und fährt fort: «Der Tonfall Ihrer Bemerkungen zu Atomfragen ist so widerwärtig und unbeherrscht, dass die internationale Öffentlichkeit völlig unnötigerweise den Eindruck von Feindseligkeit gewinnt.»

Als einen «letzten Ratschlag des Volkes» empfiehlt «Jomhuri Islami» dem Präsidenten: «Hören Sie endlich auf mit dem Phrasendreschen und den Pöbeleien, mit denen Sie sich bisher hervorgetan haben, und beginnen Sie in Zukunft mit dem Nachdenken, bevor Sie reden. Schliesslich geht es um die Zukunft unserer Kinder.» Anderthalb Jahre nach seiner Wahl zum Präsidenten müsse Ahmadinejad endlich begreifen, dass die «Zeit der Parolen» vorbei sei.


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Quelle: Tagblatt.ch
(sVy)
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Veröffentlicht:
Donnerstag, 18.01.2007 , 09:18 Uhr
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