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Berlin 23:42 - Tehran 01:12 - Los Angeles 14:42 Freitag, 21.11.2008
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REZENSION
Peter M. Roese - "AFN Tehran"
imgSchon während des Fluges nach Teheran bemerkt Marcel, daß sein Versuch, die Schergen aus Nigeria abzuschütteln, vergeblich war. Boomtown Teheran 1973: Marcel arbeitet auf der Internationalen Handelsmesse, für die lokale Vertretung einer deutschen Firma. Anschließend absolviert er eine Schulung in München, wo er prompt mit dem MAD zusammenrasselt. War es wirklich nur ein Zufall? Nach der Rückkehr wird Marcel auf offener Straße von den Volksmojaheddin angeschossen, verschleppt und übel behandelt. Man hält ihn doch tatsächlich zunächst für einen amerikanischen Militärberater ... Die geheimnisvolle Leila verhilft ihm zur Flucht und kommt dabei um. Welche Rolle spielt John, der amerikanische Ex-Oberst, miit den guten Kontakten zur CIA? Der Geheimdienst scheint immer noch zu glauben Marcel sei mit seinem französischen Doppelgänger identisch, der in Nigeria bei dem Versuch, Präsident Gowon umzubringen, selbst ums Leben kam. Was ist mit der hübschen blonden französischen Agentin Madeleine? Fragen über Fragen ... Und dann diese abenteuerliche Fahrt nach Alamut, der Festung der legendären, einst gefürchteten Assassinen, mit der lebensgefährlichen Unterbrechung durch einen französischen Geheimdienst. Roese weist auf die Rivalitäten konkurrierender Geheimdienste hin, in deren Mühlen Marcel geriet, die dieser aber letztendlich durch eine herrliche Wortspielerei bloßstellt.

Und dann gibt es da immer wieder diese Hinweise auf den Schwarzen Kontinent, die Verbindungen nach Nigeria reißen nicht ab. Da ist z.B. ein Brief an Marcel von dessen nigerianischem Freund Sule, mit wichtigem Inhalt ...Das Schlüsselerlebnis geht von zwei schwarzen Wahrsagern aus, die, jeder von seiner Seite her beginnend, eine ungewöhnliche spirituelle Brücke zwischen Westafrika und dem Golf schlagen. Dies gehört wohl zu den faszinierendsten Passagen des vorliegenden Romans.

Mit Walter Scheels Lied "Hoch auf dem gelben Wagen", ausgestrahlt vom AFN Tehran, beginnt diese höchst spannende, mörderische Story, mitten im chaotischen Verkehrsgewühl der iranischen Hauptstadt. Da kommen sogar eingefleischte Auto-Fans auf ihre Kosten. Einige haarsträubende Szenen spielen sich vor dem Hintergrund atemberaubender Bergkulissen und und den Zeugnissen der uralten persischen Kultur, wie z.B. Persepolis ab, was dem Thriller zusätzlich ein spezielles Flair verleiht. So unglaublich es heutzutage klingen mag - es gab tatsächlich einen US-Soldatensender im Iran! Der Autor vermittelt außerdem Einblicke in die iranische Welt der 70er Jahre, die auch heutzutage noch Gültigkeit haben. Bauchtanz, kurze Einblicke in das Leben der Frauen, Drogen, religiöse Aspekte usw., runden das Bild ab. Man spürt deutlich, daß Roese den Iran und seine Menschen kennt ... Genau das richtige für Thriller-Gourmets, die in eine geheimnisvolle orientalische Atmosphäre abtauchen wollen.

Klaus Wysdack Chefredakteur www.region -bergstrasse.de, 2. April 2008
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Veröffentlicht:
Donnerstag, 03.04.2008 , 00:17 Uhr
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