
Die Islam-Expertin Katajun Amirpur spricht nach der Verschärfung des Strafrechts im Iran über die Angst der Reformgegner und den weit verbreiteten Wunsch nach Trennung von Staat und Religion.
KÖLNER STADT-ANZEIGER: Frau Amirpur, das iranische Parlament hat eine Verschärfung des islamischen Strafrechts gebilligt. Welche Auswirkungen hat das?
KATAJUN AMIRPUR: Die wichtigste Änderung ist die Todesstrafe für religiös Abtrünnige. Zwar hat diese Strafe schon immer im islamischen Gesetz existiert, aber nun soll die Strafe als Gesetz vom Staat geahndet und konsequent durchgeführt werden. Das war bisher nicht so. Und vor allem: Was oder wer gilt als religiös abtrünnig? Es ist zu befürchten, dass das ganz weit ausgelegt wird. Es gibt Geistliche, die sagen, schon eine Frau, die ihr Haar nicht ordentlich bedeckt, soll als Glaubensabtrünnige gelten.
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